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Lilien fotografieren –

eine 990, ein Baustrahler, weißes Styropor und eine Blume

Ende April 2002 postete ein Benutzer zwei Bilder von Lilien, die er mit seiner Coolpix 990 aufgenommen hatte im dpreview-Forum.
Die nachfolgende Beschreibung basiert auf dem damaligen Forumsbeitrag, wurde aber – unter Mithilfe und mit Erlaubnis des Originalautors – etwas erweitert (und übersetzt).

Hier sind diese Fotos (Klick für volle Größe):
Lilie 1 Lilie 2

Als ich und andere im dem Forum diese tollen Bilder sahen, fragten wir zuerst uns und dann ihn, wie und in welchem Studio er diese Photos gemacht hatte.

Die folgende Beschreibung war dann doch überraschend. Nachfolgend können Sie ein Bild seines erstklassigen und furchtbar teuren Hi-Tech Studios sehen …
- der weiße Schaum wird „Styropor“ genannt — beide kosteten weniger als einen Euro
- der Scheinwerfer ist ein 500 W Halogen „Baustrahler“ der für weniger als 8 Euro zu haben ist
- der schwarze Hintergrund war die Dunkelheit im Freien … sie kommt jede Nacht um zirka 8 Uhr und geht im Morgen … ;oP
- die Gartenstühle kommen recht gelegen wenn keine leichten Stative verfügbar sind.
- die Katzen werden benötigt um den Fotografen abzulenken, auf das Styropor zu springen und die Blumen während einer 4 Sekunden-Belichtung zu verschieben … (ich überlege, sie gegen ein gutes Stativ einzutauschen … ;o) … naja … auch für ein schlechtes Stativ …)

der Aufbau

Über meine „Beleuchtungstechnik“ (hmm … was für ein abgehobener Ausdruck für das Halten eines Halogenscheinwerfers an eine weiße Fläche …) … ich verfolgte zwei verschiedene Ansätze:
a) Scheinwerfer auf Seite der Pflanze, so daß er vom Styropor, das 30–50 cm vom Objekt entfernt ist, reflektiert wird – resultierend in Belichtungszeichen von ungefähr 1/15 Sekunde und einem halbwegs weichen Licht
b) Scheinwerfer über das Styropor, der nach unten DURCH das Styropor (2,5 cm Dicke) leuchtet, was ein sehr weiches und gleichmäßiges Licht gibt, bei Belichtungszeiten zwischen 4 und 8 Sekunden.

Anmerkungen

Hier ist ein Originalfoto (Klick für volle Größe – Achtung, sehr groß):
Lilie 1 Original
Hierbei handelt es sich um ein Bild, welches mit der Durchstrahlmethode gemacht wurde, Belichtungszeit 3 Sekunden, Blendenwert 6,4.
Im unteren und rechten Bereich gut zu erkennen ist ein Stück vom Rasen und ein Gebüsch das noch mitbeleuchtet wurde.

Wird das Objekt jedoch so positioniert wie abgebildet, ist das herauslösen in der EBV kein Problem, da der Kontrast genügend groß ist.
Außerdem ist die Pflanze 5–40 cm von der Kamera entfernt, also bleibt der Hintergrund auch bei kleiner Blende extrem unscharf.

Im Gegensatz zu anderen Nachtaufnahmen ist das Rauschen des CCD hier an sich kein Problem. Erstens ist das eigentliche Objekt gut beleuchtet und Rauschen wird bei eher dunklen Stellen auftreten. Zweitens kann man die Kamera eine viertel Stunde vor den Aufnahmen rausbringen und sie schonmal etwas kühlen was das Rauschen stark vermindert.
Um sich die Auswirkung der Temperatur auf das Rauschen zu vergegenwärtigen, kann ich einen Besuch auf Alexander Grüners Seite „Rauschen bei CCD Chips“ nur empfehlen. Die Demobilder überzeugen.

Um die Belichtungszeiten auch bei der Durchstrahlmethode zu verringern, kann das Styropor auch durch „Glasscheibe mit Butterbrotpapier“ ersetzt werden, was natürlich auch mehr Licht durchlässt. Mit anderen Materialien kann so natürlich auch die Farbe des Lichts gleich mitverändert werden.

gepostet am 3.11.2002, letzte Änderung am 23.10.2009
© Christian Eyrich
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